Vitrinen Make-over und ein Einblick in unser Esszimmer

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Gefühlt ändert sich, was gerade „in“ ist immer schneller. Kommt das nur mir so vor? Was früher vor allem auf Kleidung und Accessoires zutraf, gibt es heute auch im Bereich der Einrichtung. Durch Zeitschriften, Blogs und Pinterest kann jederfrau nah an den Trends sein und sich inspirieren lassen und auch das Angebot in den Läden wird größer. Aber das Rad dreht sich immer schneller. Vorgestern brauchte man noch alles in Neonfarben. Gestern wurde alles in Kupfer angeschafft und heute kann man das schon nicht mehr sehen. H&M und Zara befriedigen inzwischen nicht nur die schnelle Gier nach dem neusten Schrei vom Laufsteg sondern auch PINwürdige Homeaccessoires. Auf der anderen Seite steht der Wunsch (und auch Trend?) nach Nachhaltigkeit. Nicht mehr so viel Wegwerfartikel kaufen, etwas anschaffen, was einen im Leben begleitet. 

 

Manchmal driftet man beim Schreiben ab. Eigentlich will ich über unsere Esszimmervitrine schreiben. Die Vitrine haben wir uns von meinen Eltern zu unseren 30. Geburtstagen gewünscht. Damals (also so lange ist das jetzt auch noch nicht her) waren wir gerade aus Texas nach Deutschland zurück gezogen. In Texas ist alles aus dunklem Holz oder was so ähnlich aussieht der letzte Schrei. Und die Vitrine passte zu unserem antiken Esstisch und den dazu passenden Stühlen, den wir uns schon zur Verlobung gewünscht hatten. Lange Rede, kurzer Sinn. Heute würden wir uns wahrscheinlich etwas anderes aussuchen. Trotzdem hängen wir an den beiden Möbelstücken und als Einzelstück gefallen sie uns immer noch gut.

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Mit dreissig wohnten wir in einem Reihenhaus und Vitrine und Tisch standen zwischen rotem Sofa, Fernseher, Laufstall und Unmengen von buntem Kinderspielzeug. Das alles gab einen bunten Mix und das gefiel uns. Seitdem wir im Altbau leben, stehen alle dunklen Möbel in einem eigenen Zimmer. Unserem Esszimmer. Beige Raufaser, antike Möbel, Stuck und Parkettboden. Ich kam mir immer vor, wie zu Besuch bei einer alten Dame. Ausser, wenn wir Besuch hatten, der den Küchentisch sprengte oder Weihnachten war, haben wir das Esszimmer nicht genutzt. Irgendwann fragte meine kleine Tochter, wann wir eigentlich mal wieder im Esszimmer essen dürften. Zeit was zu ändern. Zeit zu entstauben.

 

Der Raufaser kam weg, der Parkettboden wurde abgeschliffen und statt lackiert gewachst (jetzt nicht mehr pissgelb sondern ein warmer Braunton!) und wir haben uns für ein helles mintgrün (Hallo Trend!) für die Wände entschieden. 

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Vitrine und Tisch sollen bleiben. Aber irgendwie ist die Vitrine zu ….. braun. Wäre doch gelacht, wenn ein bisschen Farbe ihr nicht neues Leben einhaucht. Die ganze Vitrine zu streichen habe ich nicht übers Herz gebracht (und der Mann hat vehement ein Veto eingelegt) Wie also die braune Megaklotz-Vitrine farbig gestalten und dennoch nicht unwiderruflich. Dafür habe ich die Rückwand und die Regalböden mit gestreiftem Stoff bezogen. 

 

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Sowas muss bei mir ja immer fix gehen und so habe ich das ganze einfach mit doppelseitigem Klebeband fixiert.  Eine Stoffbahn entsprechend der Größe der Rückwand zuschneiden. Auf jeder Seite noch eine Breite des Klebeband zugeben und dann einmal umklappen. Dadurch bekommt der Stoff auch eine gewissen Festigkeit und Spannkraft. Dann wieder eine Länge Klebeband auf diesen stabilen Rand und nochmal längs und wer über die Mitte der Stoffbahn. Festpappen. Fertig. 

 

Man braucht auf jeden Fall noch eine zweite Person, die den Stoff hält, so dass er eine Falten schlägt bei Aufkleben. Die Regealbretter habe ich dann eingewickelt wie ein Geschenk und auch mit Klebeband hinten fixiert. Aufpassen dass es an den Seiten, wo die Regalbretter aufliegen nicht zu einem dicken Wulst kommt. Die Ränder der Glasscheiben habe ich einfach mit grünem Masking Tape beklebt. So kann man, wenn einem die Farbe nicht mehr zusagt, einfach schnell alles wieder entfernen und neu gestalten. 

 

Statt des braunen Holzstuhls habe ich einen Eero Saarinen – Look-alike auf ebay geschossen. Dem original Sitzbezug nach zu urteilen ein 70ies Nachbau aus der ehemaligen DDR. Mit neuem Bezug ein toller Stilbruch zum alten Möbel. (Auch wenn mein Vater entsetzt ist.) 

 

Die Stühle um den Esstisch sind inzwischen mega-wackelig und schon mehrfach geleimt und zwei haben sich schon unter der Last unserer Gäste verabschiedet (peinlich!). Sie sind schon zum zweiten Mal bezogen, aber gepolsterte Stühle ist, für eine Familie mit 2 Kindern, sowieso total unpraktisch. Nachdem ich das weisse Plastik zu dunklem Mahagoni gut fand, sollen die Stühle modern, weiss, aus Kunststoff (abwaschbar!) werde und wenn möglich Armlehnen haben. Da gibt es tatsächlich eine große Auswahl. Hier eine Auswahl. Jetzt gibt es nur noch die Qual der Wahl.  Welche werden es wohl? 

 

Und auch wenn man gerade niemals nie dunkle Mahagonimöbel auf Blogs, Pinterest und in Zeitschriften findet, finde ich das Endergebnis gut. Denn an diesen Möbeln hängt unser Herz. Und zwar nachhaltig. Und ist es nicht viel schöner, wenn ein altes Möbelstück in neuem Glanz erstrahlt? Und uns dabei durch das Leben begleitet und sich an die Änderungen in unserem Leben anpasst? Der Witz ist ja, dass meistens auch alles wieder kommt. Wenn Ihr jetzt also bald überall dunkle Mahagoni-Antiquitäten entdeckt, wisst Ihr wer die Trendsetterin war. 😉 

 

Viele Grüße aus dem Esszimmer,

Eure Kathrin 

 

Mit diesem Beitrag nehme ich beim creadienstag teil. Hier gibt es jeden Dienstag eine Sammlung ganz wunderbarer  DIY-ideen.

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